„Man kann in der ersten Prüfung das Finale noch nicht gewinnen, aber es ist möglich alles zu verlieren“, so die Worte des britischen Olympiasiegers und Vierten der Weltrangliste, Ben Maher, zur ersten Finalwertung im FEI Jumping World Cup™. Eine Zeitspringprüfung stand gestern Abend in der Basler St. Jakobshalle an, in der der Routinier nur 13 Hundertstel hinter Platz eins blieb. Erst vor ein paar Tagen hat Maher sich den Fuß gebrochen – doch Reiten scheint deutlich besser zu funktionieren als Laufen. Sein elfjähriger Action-Breaker-Sohn Point Break wollte absolut keinen Fehler machen, zeigte schnelle Reaktionen und einen geschmeidigen Sprungablauf durch den Körper. „Unter den Umständen ist das ein hervorragendes Ergebnis und ich bin sehr froh, hier überhaupt antreten und mit den Besten mithalten zu können.“ Schnellster im Auftaktparcours des Weltcup-Finales der Springreiter wurde das französische Duo Julien Epaillard und Donatello D'Auge v. Janarc. Epaillard hat als Reiter, Züchter und Besitzer drei Gründe stolz auf seinen Sportpartner zu sein: „Er ist ein Teil unserer Familie, ein Besonderer für uns und daher genießen wir es mit ihm auf Turniere zu fahren. Sein guter Charakter und seine unkomplizierte Art machen einfach Freude.“ Das Paar holte bereits vor dem ersten Sprung ordentlich Schwung, absolvierten flüssig und ohne zu viel Aufwand den Parcours und nahm damit dem zu diesem Zeitpunkt lange führenden und titelverteidigenden Schweden Henrik von Eckermann im Sattel von Iliana v. Cardento über eine Sekunde auf die bisherige Bestzeit ab. Angesprochen auf seine weitere Strategie antwortete Epaillard schmunzelnd: „Ich werde versuchen wieder fehlerfrei zu bleiben.“ Vor Eckermann – der mittlerweile seit 33 Monaten die Position eins der Weltrangliste ziert – schob sich noch ein weiteres Paar: Kick on heißt der abdruckstarke belgische Hengst, mit dem die US-Amerikanerin Lillie Keenan zu ihrem ersten Weltcup-Finale in die Schweiz gereist ist. „Mein Pferd ist wirklich ein Erlebnis! Kick on kam vor eineinhalb Jahren zu mir. Er hat alle Qualitäten, von denen man träumt: Er ist schnell, vorsichtig, unfassbar intelligent, hat einen sehr starken Charakter und liebt seinen Job wirklich“, schwärmte die amtierende Nummer 28 der Weltrangliste. Ihre Begeisterung ist durchaus nachvollziehen, beobachtete man den Warrior-Caretino Glory-Nachkommen im Parcours.
Im Zwischenstand heißt es nach der ersten Runde also Epaillard, vor Maher, Keenan, Eckermann und dann schon Kevin Staut (FRA), der als Führender der Weltcup-Qualifikation an diesem Wochenende antritt. Das beste Ergebnis aus deutscher Sicht gelang Sophie Hinners mit dem Schimmel Iron Dames my Prints v. Zilverstar T auf Platz sieben. Sie zeigten eine schnelle und fehlerfreie Runde, die auf das weitere Finale hoffen lässt. Heute Abend um 20.15 Uhr geht es in die zweite Finalprüfung der Springreiter im FEI Jumping World Cup™, bevor am Sonntag ab 14 Uhr die Entscheidung nach zwei weiteren Umläufen fällt.